Aloe Vera

Schon Hildegard von Bingen äußerte sich zur Verwendung von Aloe vera bei Gallenleiden aufgrund von Gallensteinen mit einhergehender Gelbsucht wie folgt: “Wer Gelbsucht hat, lege Aloe in kaltes Wasser und
morgens sowie wenn er schlafen geht, trinke er es, und dies tue er drei- oder viermal, und er wird geheilt werden.”

Hierzu nutzt man ca. 0,5 g grobkörniges Aloepulver, schüttet es abends in ein Wasserglas und gießt vorsichtig kaltes Wasser bis zur Hälfte des Glases darüber. Am nächsten Morgen gießt man das abgestandene Aloewasser vorsichtig, ohne den Bodensatz aufzurühren, in ein anderes Glas und trinkt es zur Hälfte, die andere Hälfte am Abend. Das wiederholt man 3 bis 4 Tage und die Schmerzen lassen merklich nach, das Hautjucken hört auf und der Appetit stellt sich wieder ein. Bei Gallenkoliken ist dies jedoch nicht zu empfehlen.

Natürlich ist bekannt, dass die Aloe aufgrund ihres immensen Gehaltes an verschiedenen Vitaminen, Mineralsalzen, Aminosäuren, Enzymen und verdauungsfördernden Substanzen für die innerliche wie auch für die äußerliche Anwendung bestens geeignet ist. Schon im alten Ägypten stand sie als Synonym für Schönheit, Gesundheit und Unvergänglichkeit. Auch bei den Indianern galt sie nicht umsonst als eine der 16 heiligen Pflanzen und wurde gottesähnlich angebetet. In den Nomadenvölkern wird sie noch heute als “Wüstenlilie” verehrt und gebraucht.

Kleine Historie der Aloe Vera

Die Aloe vera gehört zur Familie der Grasbaumgewächse, zur Gattung der Aloen.
Die echte Aloe (Aloe vera) wird in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt mittlerweile kultiviert, ihr Ursprung liegt wahrscheinlich auf der Arabischen Halbinsel. Im Mittelmeergebiet, in Indien, den westindischen und kanarischen Inseln sowie in Mexico gilt die Aloe vera als eingebürgert. Eine wissenschaftliche Erstbeschreibung wurde 1753 von Carl von Linnè vorgenommen. Aber auch Hildegard von Bingen, die Heilerin und eine der großen Frauengestalten des Mittelalters sowie die bedeutendste Wegbereiterin der Klosterheilkunde, äußerte sich bereits im 12. Jahrhundert über die heilende Wirkung der Aloe.
Einem texanischen Apotheker gelang es Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, das frisch gewonnene Mark der Aloe vera haltbar zu machen, ohne dass es an seinen reichhaltigen Nährstoffen verliert. Lange Jahre seines Daseins hatte er damit zugebracht, die Pflanze nach bestimmten Regeln zu behandeln und den Saft zu gewinnen.

Durch das Washingtoner Artenschutzabkommen aus dem Jahre 1973 sind wild wachsende Arten der Aloe geschützt, ausgenommen derer, die als eingebürgert gelten oder von künstlich vermehrten Aloen abstammen.
Heute gilt die Aloe vera als ein sehr hilfreiches Naturheilmittel, welches für die innere und äußere Anwendung diverse Anwendungsmöglichkeiten bietet.

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