Aromatherapie – Ätherische Öle und ihre Wirkung

Im Bereich Wellness ist die Aromatherapie längst ein fester Bestandteil des Anwendungsrepertoires. Um das Wohlbefinden zu steigern, kommen bei diversen Behandlungen ätherische Öle zum Einsatz. Die wohltuenden Düfte regen die Sinne an und dienen als wirkungsvolle Stimmungsaufheller. Der Begriff Aromatherapie wird für diverse Einsatzwecke herangezogen. Dabei gilt diese Art der Therapieform als Teil der Pflanzenheilkunde und wird zur Behandlung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen eingesetzt.

Grundsätzliches zu ätherischen Ölen

Die Aromatherapie baut auf die Wirkung von ätherischen Ölen auf, die aus duftenden Pflanzen und Pflanzenteilen gewonnen werden. Diese flüssigen Bestandteile haben völlig andere Eigenschaften als herkömmliche Pflanzenöle. Sie sind dünnflüssig und flüchtig. Deshalb hinterlassen sie keine Fettlecken auf Löschblatt. Da ihre Dichte geringer ist als Wasser, schwimmen sie auf der Wasseroberfläche, was den Einsatz in Duftlampen und Ähnlichem ermöglicht. Zwar gibt es Pflanzen die lediglich ein ätherisches Öl enthalten, jedoch kommen Arten mit mehreren Sorten vor. Vom Orangenbaum beispielsweise lassen sich verschiedenste Öle gewinnen. Echte ätherische Öle sind nach ISO-Standard 9235 definiert und werden ausschließlich aus Pflanzenmaterialien hergestellt. Die löslichen Extrakte der Pflanzen zeichnen sich durch einen charakteristischen Geruch der Herkunftspflanze aus. Die ISO-Norm gibt vor, dass die Öle ein naturreines Konzentrat darstellen und keine synthetischen oder andere natürlichen Stoffe enthalten dürfen. Auch Konservierungsstoffe sind nicht erlaubt.

Die Geschichte der Aromatherapie

Erstmals eingeführt wurde der Begriff 1928 vom französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé. Durch eine Vielzahl von Selbstversuchen erforschte er die Heilwirkung von Duftstoffen. Von Herzproblemen über Zahnschmerzen bis hin zu Infekten soll die Aromatherapie positive Auswirkungen auf diverse Erkrankungen haben. Rund 80 verschiedene Duftöle bestehen mittlerweile. Mit der angeblich antibakteriellen Wirkung einiger Öle setzte sich Gattefossé intensiv auseinander. 1950 griff die französische Kosmetikerin Marguerite Maury Gattefossés Arbeiten auf. Sie ist für eine Art esoterische Aromatherapie verantwortlich. In „Geheimnisse des Lebens und der Jugend“, ihrem Standardwerk, erläutert sie die heilende Wirkungsweise. Ihrer Ansicht nach gehe durch das entsprechende Pflanzenaroma deren „Seele“ in die menschliche Aura über, um dort heilend zu wirken. Grund für Maurys Annahme ist, dass die ätherischen Öle einer Pflanze deren Duft entscheidend beeinflussen und deshalb als ihre Seele gelten. Das Aroma des Öls verkörpere den Geist und die Persönlichkeit der Pflanzen. Zwischenzeitlich gerieten die pflanzlichen Heilmittel in Vergessenheit. Erst Ende der 70er Jahre wurden die Arbeiten von Gattefossé und Maury aufgrund der verstärkten Nachfrage nach alternativen Heilmethoden wiederentdeckt. Robert Tisserand, ein Heilpraktiker aus England entwickelte neue Gebrauchsanweisungen zur Anwendung. Diese gelten für die moderne Aromatherapie als Grundlage.

Wirkung der Duftöle

In umfassenden Listen werden die Duftöle der Aromatherapie verschiedensten Krankheiten und Problematiken zugewiesen. Über die Wirkungsweisen einzelner Öle sind sich die Verfasser nicht einig. In Lehrbüchern unterscheiden sich die beschriebenen Wirkungen der Aromen. Das Spektrum der Wirkungsweisen ist groß. Neben extremen körperlichen Beschwerden wie Lungenentzündungen werden Aromatherapieformen für psychosomatische und psychische Störungen hinzugezogen. Von Stress über Angstzustände bis hin zu Depressionen werden ätherische Öle konkret eingesetzt. Grundsätzlich dient die Aromatherapie in der Regel nicht als alleiniges Heilmittel, sondern vielmehr als unterstützende Kraft und Ergänzung zu anderen Methoden. Vom Gesetzgeber aus darf die professionelle Aromatherapie mit ätherischen Ölen als Medikament oder zur positiven Veränderung des Wohlbefindens in Deutschland nur von Heilpraktikern und Ärzten mit entsprechender Zusatzqualifikation ausgeführt werden. Grund ist das Risiko von möglichen Nebenwirkungen und die Giftigkeit einiger Öle.

Anwendungsgebiete

Ätherische Öle sind vielseitig einsetzbar. Neben der klassischen Massage währenddessen das Öl wohltuend einmassiert wird, können die Aromen über Duftlampen, Dampfgeräte oder Aerosole genossen werden. Auch die orale Einnahme ist gängig. Im Bereich der alternativen Gesundheitspflege ist die Aromatherapie-Massage die wichtigste Methode. Maury hat diese Anwendung maßgeblich geprägt. Sie beschäftigte sich mit der Wirkung von Aromen auf der Haut und führte Untersuchungen durch. Um diese Therapieform korrekt und wirkungsvoll auszuführen, müssen die Eigenschaften der ätherischen Öle bekannt sein und weitreichende Kenntnisse zur Massagekunst und Anatomie vorliegen. Da die Öle den Geruchssinn direkt ansprechen, kommt es zur Sinneswahrnehmung und Anregung bestimmter Körperfunktionen. Bei den Massagen können Reflexzonen oder Meridiane angesprochen werden. Die Bezeichnung Meridiane ist aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt und beschreibt die Leitbahnen im Körper, in der das Qi (Lebensenergie) fließen soll. Beim Massieren werden die Wirkstoffe über die Haut ins Lymphsystem aufgenommen und gelangen durch den Blutkreislauf in die Organe. Nachweisbar sind die Wirkstoffe ätherischer Öle im Urin schon nach 15 Minuten im Anschluss an eine Massage.

Heilungsfördernd und wundreinigend sollen sich ätherische Öle aufgetragen auf Hautwunden auswirken. Beim Inhalieren von ätherischen Ölen ist eine Wirkung auf Organe ebenfalls möglich. Beispielsweise sollen Thymian aktivierend und Lavendel beruhigend wirken. Für leichte Infekte und zur Prophylaxe eignen sich Ölarten mit antibiotischen Eigenschaften. Ergänzend kommen Heilkräuter und Gewürze zum Einsatz. Bei Erkältungskrankheiten wird die Aromatherapie vermehrt eingesetzt. In diesem Fall ist die Aufnahme der Aromen über die Raumluft oder die direkte Inhalation geeignet.

Nachgewiesene Wirkungsweisen

Die Wirkung ätherischer Öle ist umstritten. Doch einiges konnte nachgewiesen werden. Bei Reizhusten wirken Muskat-, Zitronen- und Thujaöl lindernd beim Inhalieren. Als anregender Badezusatz werden Rosmarin- und Fichtennadelöl verwendet. Alle anderen Wirkungsweisen sind nicht eindeutig.

Mögliche Nebenwirkungen

Obwohl ätherische Öle mit zahlreichen positiven Auswirkungen verehrt werden, lassen sich mögliche Nebenwirkungen nicht bestreiten. Einige Menschen reagieren auf bestimmte Öle allergisch oder mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Beim Einnehmen sollte eine Überdosierung vermieden werden. Sie kann zur Magenschleimhautentzündung führen.

Naturreine und minderwertige Duftöle

Beim Verwenden von ätherischen Ölen ist zu bedenken, dass ein Großteil der angebotenen Produkte synthetisch produziert wird. Da diese Aromaöle oft keine pflanzlichen Inhaltsstoffe enthalten, haben sie nicht mehr viel mit Pflanzen- und Naturheilkunde zu tun. Wer vom positiven Effekt der Öle profitieren möchte, der ihnen bis heute nachgesagt wird, sollte ausschließlich naturreine Öle zur Aromatherapie nutzen. Egal ob zur Stärkung der Abwehrkräfte oder gegen Stress, Schlafstörungen und ähnliches – im Hausgebrauch und auf professioneller Basis sind minderwertige Duftöle zu meiden.

Fazit

Es besteht kein Zweifel: Ätherische Öle heben durch die angenehmen Aromen die Gemütslage und können Beschwerden auf sanfte Weise lindern. Die Düfte wirken je nach Sorte beruhigend, harmonisierend oder anregend. Als Stimmungsaufheller sind ätherische Öle durchaus sinnvoll. Ein therapeutischer Effekt kann allerdings nicht bestätigt werden.

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