Mariendistel

Die Mariendistel ist eine Pflanze, die unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt ist. Unter den Namen Christo Korone, Fieber-, Heilands und Frauendistel wird die Mariendistel als naturmedizinische Wirkstoffe verwendet. Im weiteren umgangssprachlichen Gebrauch wird die Mariendistel gleichsam als Marien- oder Stechkörner bezeichnet.

Die Mariendistel zeichnet sich durch ein umfangreiches Vorkommen aus, da sie sich in vielen klimatischen und geografischen Zonen vermehren kann. Auf Grund ihrer sehr bescheidenen Ansprüche wächst sie auf nährstoffarmen, häufig recht kargen Böden. Nachdem die Effekte der pflanzlichen Inhaltssubstanzen der Mariendistel erkannt wurden, besitzt sie eine große Bedeutung in der medizinischen Behandlung verschiedener Leiden auf naturheilkundlicher, rein pflanzlicher Basis. Seit dieser Zeit steht neben dem Ernten der wild wachsenden Bestände gleichsam die Kultivierung dieser Heilpflanze im Mittelpunkt. In Ländern mit einem für das Gedeihen der Frauendistel geeigneten Klima, beispielsweise in einigen Regionen Österreichs, in Ungarn, Deutschland und einigen südamerikanischen Ländern sowie China der Fall ist, wird der Anbau gezielt betrieben.
Für die Nutzung als Arzneimittel auf pflanzlicher Basis werden die Fruchtstände dieser Distelart benötigt. Im Hochsommer werden die Früchte vom Stengel und den Blättern getrennt. Die Ernte wird maschinell durchgeführt und die Früchte sofort danach verarbeitet.

Um die medizinische Nutzung zu erkennen, müssen zunächst die hauptsächlichen Effekte der Mariendistel erkannt werden. Die Mariendistel besitzt eine antitoxische Wirkung, indem sie Leberzellen gegen das Eindringen von Giftstoffen schützt. Die Mariendistel zeichnet sich durch eine regenerative und antioxidative Wirkung aus. Aus diesem Grund kann die Mariendistel als effizienter Radikalfänger bedeutsam sein. Für Menschen, die unter Gallebeschwerden und Verdauungsstörungen im Zusammenhang mit der Fettverdauung leiden, ist die Mariendistel ein hilfreiches Medikament, das gleichsam den Stuhlgang fördert. Die medizinische Behandlung unterschiedlicher Leiden und Erkrankungen kann auf Basis eines Komplexes verschiedener Wirksubstanzen erreicht werden. Dieser sogenannte Wirkstoffkomplex wird als Silibinin bezeichnet und ist als intensiver Leberschutz bekannt.

Silibinin ist gleichsam unter der Bezeichnungen Silybin und Silymarin I und II bekannt. Darüber hinaus ist Silibinin eine pflanzliche Substanz, welche die Leberzellen stärkt und eine entgiftende Funktion auf die Leber ausübt. Silibinin ist ein Bestandteil, der neben Silychristin und Silydianin im Silymarin enthalten ist. Die Mariendistel beinhaltet nicht nur den leberwirksamen Stoff Silibinin, sondern ebenfalls sogenannte Bitterstoffe, biogene Amine, Gerbstoff, Farbsubstanzen und in minimaler Konzentration gleichsam ätherische Öle. Darüber hinaus wurden in der Mariendistel harzähnliche Stoffe entdeckt. Gleichermaßen nachgewiesen wurden Eiweißstoffe und Flavonoide. Die Leber ist ein Organ, welches den Organismus von schädigenden und giftigen Stoffwechselendprodukten befreit. Diese Stoffe werden in der Gallenflüssigkeit gesammelt. Bei der Verabreichung von Silibinin werden der Fluss des Gallensaftes und die Intensität der Entgiftung verstärkt und verbessert.

In der medizinischen Anwendung besitzt das Silibinin aus der Mariendistel eine gezielte Verwendung. In der Klinik stellt die Mariendistel ein bewährtes pflanzliches Heilmittel dar, mit welchem sich teilweise bessere Heilungserfolge erzielen lassen, als mit synthetisch hergestellten chemischen Präparaten. Die Ärzte verschreiben die Arzneimittel aus der Mariendistel beim Vorliegen einer chronischen Hepatitis und einer Leberzirrhose. Im Zusammenhang mit akuten Vergiftungen der Leber ist es möglich, diese mit Silibinin erfolgreich zu therapieren. Darüber wird das Silibinin verwendet, um Hirnödeme erfolgreich zu beseitigen. Akute Leberentzündungen können auch durch eine starke Alkohol- und Medikamenteneinnahme hervorgerufen werden.

Bei Patienten, welche auf Grund spezieller gesundheitlicher Beeinträchtigungen wie beispielsweise Rheuma unter einer sogenannten Leberschwäche leiden, können die therapeutischen Verfahren durch die Mariendistelpräparate unterstützt werden. Die Leber ist ein Organ, welches als Entgiftungszentrum einer ganz besonderen Beanspruchung unterliegt. Deshalb müssen die Leberzellen besonders widerstandsfähig und unempfindlich gegenüber schädigenden Substanzen sein. Um dies zu verbessern und die Zellwände der Leberzellen, der sogenannten Hepatozyten unempfindlich zu machen, kann das Silibinin erfolgreich eingesetzt werden. Durch diese Effekte wird erreicht, dass das gesamte Lebergewebe geschützt wird und freie Radikale, welche eine zellschädigende Wirkung besitzen, die Leberzellen nicht angreifen können. Neueste Forschungsergebnisse wiesen die Mariendistelextracte sogar dahingehend aus, dass sie das Tempo des Fortschreitens von Leberkrebs und auch Lungenkrebs eindämmen können.

Im Rahmen verschiedener biochemischer Prozesse im Organismus ist erwiesen, dass Silibinin, eine Sonderform ist das Silychristin, die Bildung spezieller Enzyme wie die Peroxidase und die Lipogenase vermindert. Desweiteren sind stimulierende Einflüsse des Silymarins II bekannt, welche sich in Bezug auf die Zellkerne der Polymerase A beziehen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Eiweißsynthese der Rhibonukleinsäure erhöht wird. Diese Effekte wirken sich positiv auf die Neubildung, Gesundung und Stabilisierung des Lebergewebes aus. Aus diesem Grund werden die Inhaltsstoffe der Mariendistel bei der Therapie von Leber- und Gallenleiden genutzt. Die Medikamente, die aus der Mariendistel erzeugt werden, sind nicht nur erfolgreich bei der Therapie chronischer Krankheiten, sondern auch bei der Lebensrettung im Zusammenhang mit akuten Zuständen nach einer Vergiftung mit dem Knollenblätterpilz.

Die Mariendistel ist nicht nur gezielt bei der Therapie von Leber- und Gallenerkrankungen wirksam sondern ebenfalls als Arzneimittel gegen eine Dyspepsie, Migräne, die Symptome einer Reisekrankheit sowie als durchblutungsförderndes Medikament bei einer Pfortaderstauung und bei der Behandlung von Krampfadern. Noch nicht eindeutig sind die Einflüsse der Mariendistel in Bezug auf die Trigeminusneuralgie geklärt. Zur Linderung der Erkrankungen und Symptome werden fertige Präparate aus der Mariendistel in Form von Kapseln in abweichenden Dosierungen verordnet. Als vorbeugende Mittel eignen sich Tees aus den getrockneten Früchten dieser Pflanze oder Kräutertabletten.

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