Stress am Arbeitsplatz vorbeugen

Unser Leben scheint immer stressiger zu werden. Viele Menschen reiben sich förmlich zwischen Privatleben und Beruf auf. Gerade Frauen sind oft davon betroffen: Morgens werden schnell die Kinder versorgt, bevor man schon gestresst und ohne Frühstück aus dem Haus eilt, um hoffentlich noch pünktlich am Arbeitsplatz anzukommen. Doch auch dort wartet natürlich keine Entspannung, sondern auch hier fordern Chef und Kollegen volles Engagement, was nicht selten über das eigentlich Vereinbarte hinausgeht. Am Ende des Tages fällt man müde ins Bett mit dem schlechten Gefühl, niemandem wirklich gerecht geworden zu sein. Solche Tage kennt jeder und wenn sie eine Ausnahme bleiben, stellen sie auch keine Gefahr dar. Wenn man jedoch das Gefühl hat, dass gerade der Stress am Arbeitsplatz immer mehr zunimmt und man förmlich davon aufgefressen wird, ist es höchste Zeit zu handeln.

Warum ist Stress am Arbeitsplatz so gefährlich?

Stress an sich ist zunächst nicht schlimm, sondern treibt uns an, sport uns zu Höchstleistungen an und kann auch mit positiven Gefühlen verbunden sein. Der so genannte Eustress, “guter Stress”, tritt auf, wenn wir völlig in einer Aufgabe aufgehen – der Distress dagegen, “negativer Stress” ist meistens die Form von Stress, die an einem hektischen Arbeitsplatz auftritt: Zeitnot, Hetze, unfreundliches Arbeitsklima, Überforderung, Angst. Wenn Stress nicht adäquat abgebaut werden kann, sondern eher immer mehr zunimmt, setzen irgendwann körperliche Folgen ein. Permanenter Stress ist ein wichtiger Risiko-Faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch für die Psyche. Burn-Out-Syndrome (Themenseite im Spiegel) werden häufig durch Stress am Arbeitsplatz hervorgerufen.

Wer ist besonders gefährdet für Stress am Arbeitsplatz?

Grundsätzlich kann Stress am Arbeitsplatz überall und in jeder Branche auftreten. Jeder kann betroffen sein! Wie bereits erwähnt, sind aber in Sachen Geschlecht zunächst oft Frauen besonders von Stress am Arbeitsplatz betroffen, da sie häufig die Doppelbelastung Familie/Haushalt und Beruf managen müssen. Ihnen bleibt nicht selten so keine Zeit für die eigene Erholung, die aber so wichtig wäre. Weiterhin gefährdet sind Menschen, die aus welchen Gründen auch immer in Zeiten der Rationalisierungen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Wer Angst vor der Kündigung hat, reibt sich oft noch mehr auf und ist immer bestrebt, durch extremes Engagement aufzufallen. Ebenfalls anfällig für Stress am Arbeitsplatz sind Vertreter von sozialen Berufen. Wo Menschen für Menschen arbeiten, kommt es nicht selten zu emotionalen Konflikten. Man sieht nicht am Arbeitsende das konkrete Produkt, nicht den direkten Fortschritt an einem Projekt, und nimmt Gedanken und Überlegungen meistens mit nachhause. Viele Sozialarbeiter, Lehrer, Psychologen und Erzieher beispielsweise kennen das Gefühl, Belastungen aus der Arbeit immer mit heim zu nehmen, auch dort nicht wirklich abschalten zu können.

Wie kann man Stress am Arbeitsplatz vorbeugen?

Um Stress sinnvoll vorzubeugen, bedürfte es generell einer anderen Arbeitseinstellung, die auch von den Chefs mehr gelebt werden müsste. Die Arbeit ist wichtig – sie darf aber nicht das Leben bestimmen oder zum Angstfaktor werden. Deswegen sind auch Geschäftsführungen gefragt, eben nicht subtil oder direkt dazu aufzufordern, ständig für die Firma unbezahlte Überstunden zu schieben, sondern vielmehr darauf zu achten, dass ein geregelter Feierabend auch eingehalten wird! Zudem sind entsprechende gesundheitsfördernde Angebote am Arbeitsplatz wichtig: Yoga-Gruppen oder Betriebssport auf freiwilliger Basis können entspannen, Supervisionen und Coaching ist besonders in sozialen Berufen sehr wichtig. Wer das Gefühl hat, nciht mehr zu können, sollte nicht bis zum Zusammenbruch warten. Der Hausarzt ist ein guter erster Ansprechpartner für Burn-Out-Gefühle und kann weitere Schritte einleiten.

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