Was ist Seelsorge?

Seelsorge als ganzheitlicher Begriff bedeutet umfassende Fürsorge für das Leben, vor allem dann, wenn es in irgendeiner Form gefährdet ist. Menschen in Krisen sind meist dankbar und offen für begleitende Gespräche, da sie dadurch entlastet werden.

Ist die Seele in Not, ist der Mensch in seiner gesamten Persönlichkeit beeinträchtigt und leidet. Meist erkrankt er in Folge seelischer Belastungen auch körperlich. Doch schon Gespräche können helfen, den Betreffenden zu erleichtern. Häufig hat er im Verwandtenkreis niemanden, dem er sich anvertrauen kann oder möchte. Eine neutrale Person ist vielfach geeigneter, sich dem Problem zuzuwenden.

<h>Seelische Betreuung als christlicher Auftrag und Kernkompetenz der Kirchen</h>
Die christlichen Kirchen sehen in seelsorgerischer Tätigkeit einen ihrer Grundpfeiler. Die Kirche erfüllt damit auch ihren Auftrag, einander Sorge zu tragen. Trotzdem darf sie kein missionarisch betriebenes Ziel sein, sondern sollte immer nur ein Angebot bleiben, dem man sich im Bedarfsfall öffnen kann. Dabei ist es wichtig, den Menschen ganzheitlich zu sehen und ihn in all seinen Facetten wahrzunehmen.

Die christlichen Kirchen bieten individuelle Begleitung und Beratung auf den verschiedenen Stufen des Lebensweges mit all seinen Höhen und Tiefen an. Die seelsorgerische Tätigkeit ist sogar eine Kernaufgabe jedes Pfarramtes und die darin geschulten Pfarrer oder Pastoren sind an eine Schweigepflicht gebunden. Seelsorgerische Betreuung ist aber nicht nur eine Aufgabe, sondern auch eine Gabe, denn sie Sie macht auf die Gegenwart Gottes im menschlichen Leben aufmerksam. In Anlehnung an die Bibel, in der davon gesprochen wird, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben, bietet sie Unterstützung in verschiedenen Lebenskrisen.
Seelsorge heißt wörtlich: „Für die Seele Sorge tragen“. Das umfasst zum Beispiel Tätigkeiten wie sich gegenseitig trösten, aber auch Zuhören und Glück und Trauer miteinander teilen. Ein wesentliches Element seelsorgerischen Handelns ist Geduld.

<h>Seelsorge in der Altenpflege</h>
Vor allem ältere Menschen und Pflegebedürftige, denen längst ein Großteil ihrer sozialen Beziehungen weggebrochen ist, bedürfen intensiver Betreuung, die nicht im eigentlichen Sinne Pflege ist. Verlusterfahrungen haben sie oft hoffnungslos gemacht und ihre Situation erscheint ihnen aussichtslos. Einsamkeit und die abnehmende Fähigkeit, sich an neue Gegebenheiten anzupassen, macht es noch schwieriger. Im Idealfall übernehmen Kirche und Pflegeeinrichtung gemeinsam Verantwortung für die Betreuung.

Diese funktionierende Kooperation finden wir heute fast nur noch in ländlichen Regionen, wo die Vernetzung viel besser funktioniert. Gerade demenziell Erkrankte, Schwerstkranke und Sterbende brauchen dringend seelische Unterstützung ohne missionarischen Eifer. Seelsorgerisches Handeln muss mit Respekt und Wertschätzung einhergehen. Die Anforderungen an Seelsorger sind darum sehr hoch. Diese brauchen ein großes Maß an Einfühlungsvermögen, müssen liebevoll und umsichtig handeln – nicht nur in Hinblick auf den Kranken, sondern auf dessen Angehörige.

Es wäre für jeden von uns wichtig, in seinem direkten Umfeld darauf zu achten, ob Menschen einer schwierigen Lebenssituation stecken und Hilfe benötigen, aber nicht wissen, wo und wie sie diese erhalten können. Jeder kann dazu beitragen, dass sie nicht übersehen werden und vorschlagen, sich die Unterstützung der Kirchengemeinde zu holen. Oft sind es nur ganz kleine Dinge, die viel bewirken.

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